Nordbayerische Nachrichten, 08.09.2010
Lobbyarbeit für Flüchtlinge
FORCHHEIM - Die bundesweite Kampagne "Save me" hat sich eine verantwortungsvolle und konsequente Flüchtlingspolitik auf die Fahnen geschrieben. Auch in Forchheim hat sich dazu eine Gruppe gegründet. Am Freitag, 10. September, findet hier um 19 Uhr im "Stadtlockal" ein Stammtisch für Interessierte statt. Die Arbeit in Forchheim koordiniert Sarah Hergenröther (31), hauptberuflich beim Münchner Flüchtlingsrat tätig.
Frau Hergenröther, was ist für Freitag geplant? Sarah Hergenröther: Save me Forchheim hat sich im Juni gegründet. Der Stammtisch ist sozusagen das erste größere Treffen. Beteiligen können sich alle, die sich in der Flüchtlingspolitik engagieren möchten. Was will "Save me" in Forchheim erreichen? Sarah Hergenröther: Bislang ist es so, dass Deutschland ad hoc entscheidet, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingsgruppen geht, wie etwa bei den Kosovo-Flüchtlingen. Save me setzt sich dafür ein, dass sich Deutschland dem freiwilligen Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge der Vereinten Nationen anschließt und jährlich eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen aus Erstzufluchtstaaten aufnimmt. Wir wollen Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung leisten und im Idealfall gibt es dann auch in Forchheim einen Stadtratsbeschluss, der die grundsätzliche Bereitschaft Flüchtlinge aufzunehmen, erklärt. Einen solchen gibt es bereits in Nürnberg und München. Fürth will sich ebenfalls anschließen. Je mehr solcher Beschlüsse es gibt, desto größer sind die Chancen, dass die Bundespolitik auf uns aufmerksam wird und reagiert. Was erhoffen Sie sich von dem Treffen? Sarah Hergenröther: Zunächst soll geklärt werden, wer Interesse hat, was getan werden kann und wie wir vorgehen wollen. In Forchheim gibt es zudem eine Flüchtlingsunterkunft, vielleicht entwickeln sich daraus ja auch ganz konkrete Hilfen vor Ort.SABINE STRICKSTROCK www.save-me-forchheim.de
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