Fränkischer Tag, 24.12.2010
Aufmerksamkeit für die Flüchtlinge
Forchheim - Sie leben ganz unbemerkt von den anderen Forchheimer Mitbürgern in einem Asylbewerberheim in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Insgesamt sind dort 48 Flüchtlinge in sechs Wohnungen untergebracht.
"Weihnachten für Flüchtlinge!" Unter diesem Motto hatte die Forchheimer Flüchtlings-Organisation "Save me" eine Spendenaktion gestartet, um den Flüchtlingen eine Weihnachtsüberraschung zu bereiten.
Die Asylbewerber stammen aus den Krisengebieten dieser Welt, darunter Länder wie Afghanistan, Iran, Irak, Äthiopien, Armenien, oder Aserbaidschan. Sie alle sind nach Deutschland gekommen, um vor den schrecklichen Erlebnissen in ihrer Heimat zu flüchten und hier ein besseres Leben zu führen. Doch der Weg zu einem gesicherten Asyl ist nicht immer leicht. Zahlreiche Formalitäten müssen erledigt, ein wahrer Behördendschungel
"gemeistert" werden.
Rhamatollah (32) und seine Frau Ghazzaleh (26) und ihre zwei Kinder Sohn Mehdi (6) und Narges (9) haben es bereits geschafft. Die Familie stammt aus Afghanistan, möchte die schrecklichen Erlebnisse des Krieges vergessen und in Forchheim ein neues, unbeschwertes Leben beginnen. Seit neun Monaten lebt die Familie in Deutschlande, sechs Monate davon in Forchheim.
Die 26-jährige Ghazzaleh hat in dieser kurzen Zeit bereits viel von der deutschen Sprache gelernt. An zwei Tagen in der Woche lernt sie im Rahmen eines Deutschkurses, der von der Caritas angeboten wird. Der sechsjährige Mehdi geht in den Kinderhort und Töchterchen Narges besucht die Martinsschule. Die Integration schreitet voran. Ghazzaleh ist ehrgeizig. Sie möchte noch besser deutsch lernen und dann eine Ausbildung machen. "Als was?" Das
ist der jungen Frau egal, Hauptsache eine Ausbildungsstelle.
Eine der ersten Anlaufstellen für Flüchtlinge in Forchheim ist Beate Zepf, die seit 1989 Mitarbeiterin des Sozialdienstes für Flüchtlinge beim Caritasverband ist. Sie betreut die Flüchtlinge auf ihrem Weg durch den Ämterdschungel, hilft, die schrecklichen Erlebnisse der Flüchtlinge zu vergessen und in Forchheim ein neues Leben zu beginnen.
"Für die vierköpfige Familie ist das Asylverfahren abgeschlossen. Der Aufenthalt hier ist gesichert, sie können ein neues Leben beginnen", sagt Zepf. In Kürze wird sich die Familie, die nur übergangsweise in der Jahn-Straße untergekommen ist, eine neue Wohnung in Forchheim oder Umgebung suchen müssen. Ghazzaleh ist, wie die anderen Flüchtlinge, Beate Zepf für ihre Arbeit dankbar.
Das sehen auch die Unterstützer der Flüchtlingshilfsorganisation "Save me" Forchheim, darunter Lisa Badum, Marcus Werther, Regina Steigerwald-Kuth, Wylmia Zimmermann und Patrick Schroll so. Insgesamt zählt "Save me" Forchheim 64 Unterstützer. Ziel ist es, Gesellschaft und Politik für die Forderung einer kontinuierlichen Flüchtlingsaufnahme zu gewinnen, also zu erreichen, dass Deutschland jährlich einem bestimmten Kontingent von Flüchtlingen Schutz gewährt.
Die Unterstützer waren nicht mit leeren Händen gekommen. Sie hatten Süßigkeiten für die Kinder und Weihnachtspäckchen mitgebracht.
von Alexander Hitschfeld


