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Nürnberger Nachrichten, 28.04.2010

Iraker suchen Zuflucht

NÜRNBERG - Das nun abgelaufene Programm zur Neuansiedlung von Flüchtlingen (»Resettlement«) war ein »wichtiger Beitrag« zum Flüchtlingsschutz, betont UNHCR. Doch es sei zu wenig. Denn allein den Irak hätten Zehntausende Männer, Frauen und Kinder verlassen müssen.

Irak gehört laut Amnesty International und der Menschrechtsorganisation Minority Rights International neben Somalia und Sudan zu den Staaten, in denen religiöse (christliche) und ethnische Minderheiten von Verfolgung besonders bedroht sind.

Zuflucht haben viele in Lagern in Jordanien und Syrien gefunden. Sie könnten nicht mehr in ihre Heimat zurück, deshalb müssten sie in Ländern neu angesiedelt werden, die ihnen Chancen auf ein menschenwürdiges Leben und Integration bieten. Chancen, von denen afrikanische Bootsflüchtlinge, die in die EU wollen, freilich nur träumen können.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem bisherigen Resettlement-Programm, das die EU 2008 ins Leben gerufen hatte, wird der Ruf lauter, die Wiederansiedlung auch in Deutschland zu einem dauerhaften Programm werden. Die Bevölkerung werde dafür viel Verständnis haben.

In einer Reihe deutscher Städte muss man da keine Bedenken haben. Auch in Nürnberg nicht. Als Erster in der Metropolregion beschloss der Stadtrat jetzt einmütig, der sogenannten »Save-me«-Bewegung beizutreten. Die Kommune wolle, dass der Bund ein kontinuierliches Neuansiedlungsprogramm einrichte. Sie sei »bereit, bei einer dauerhaften Aufnahme von Flüchtlingen und einer bestmöglichen Integration mitzuwirken«.

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